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MOTOREX Magazine 2016 107 AT

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MOTOREX Magazine 2016 107 AT

MOTOR OIL

MOTOR OIL MOTORENOEL-WECHSELINTERVALL KONSEQUENT GEMÄSS HERSTELLER Als wesentliches Konstruktionselement eines Motors hat das Motorenoel heute eine Vielzahl von Aufgaben zu erfüllen. Diese werden in exakt definierten Hersteller- Spezifikationen festgehalten und sind so verschieden wie die Konstruktionen selber. Deshalb gilt das konsequente Einhalten der Motorenoel-Wechselintervalle als oberstes Gebot. Die Eigenschaften und Dimensionen der Oel- und Luftfilter wirken sich ebenfalls auf das vom OEM berechnete Motorenoel-Wechselintervall aus. Wann der richtige Zeitpunkt für einen Motorenoelwechsel ist, kann nur vom Hersteller des Motors definiert werden. Will man die Garantie- und Kulanzbestimmungen des OEM (Original Equipment Manufacturer = Hersteller des Originalerzeugnisses) nicht aufs Spiel setzen, hat der Schmierstoff einerseits die verlangte Spezifikation offiziell zu erfüllen, andererseits sind die Motorenoel-Wechselintervalle nach dem Wartungsplan des Herstellers strikt einzuhalten. Nach den Skandalen um falsch deklarierte Abgas- und Verbrauchswerte ist davon auszugehen, dass die OEMs besonders auf die Einhaltung der Vorschriften pochen. VIELE VARIABLE FAKTOREN OEM-Vorschriften zu den Oelwechsel­ Intervallen sind auf der Basis komplexer technischer Berechnungen und Erfahrungswerte der OEM-Motoreningenieure, der Techniker von Abgasnachbehandlungs- Systemen sowie unter Einbezug von meist externen Oel-, Luftfilter- und Schmierstoff-Spezialisten erstellt worden. Mit der Einhaltung dieser Intervalle stellt der OEM sicher, dass Fahrzeuge den vielfältigen Anforderungen an Leistung, Verbrauch, Wartungskosten, Abgaswerten und Lebensdauer gerecht werden. Garantie- und Kulanzbestimmungen der OEMs sind unmittelbar mit der Einhaltung der Service-Intervalle verknüpft. Es gibt aktuell und in absehbarer Zukunft weltweit keine Schmierstofffabrikate, die eine Abweichung davon erlauben würden. Als anerkannter Entwickler und Hersteller von Qualitätsschmierstoffen kann MOTOREX generell keine Motorenoel-Wechselintervalle zugestehen, die von den OEM-Vorgaben abweichen. WARTUNGS-INTERVALLSYSTEME Die Einflüsse auf das Motorenoel sind je nach Fahrzeugart oder Maschine, in der der Motor seinen Dienst tut, äußerst verschieden. In vielen modernen PKW, und 8

ereits seit längerer Zeit in den meisten LKW, sind Systeme eingebaut, die anhand der Belastung, den erfolgten Kaltstarts, der Kraftstoffqualität und dem Fahrverhalten über Sensoren laufend verschiedenste Parameter des Motors und teilweise auch direkt solche des Motorenoels erheben. Daraus berechnet das Motorsteuergerät eine Art «Oelbelastungskennziffer» und meldet das so exakt eruierte Oelwechsel-Intervall (bei LKW auch für das Getriebe oder die Hinterachse usw.) rechtzeitig über die Wartungsanzeige im Armaturenträger. Auch das ist eine OEM-Vorgabe. ENTWICKLUNG MOTORENOEL-WECHSELINTERVALLE Wartungs-Intervall (km) 60000 50000 40000 30000 20000 10000 Unterschiedliche Motorenoel- Wechselintervalle je nach Hersteller 0 1945 1955 1965 1975 1985 1995 2005 2015 Modelljahr KOSTSPIELIGE AUSWIRKUNGEN Die Schmierstoffe von heute sind nicht mehr vergleichbar mit früheren. Höhere Leistungsdichte, verlängerte Service­ Intervalle, Kompatibilität mit Abgasnachbehandlungssystemen sowie kleinere Oelvolumen verlangen von einem modernen Schmierstoff ein Mehrfaches. Die gegenseitige Abstimmung aller Komponenten ist höchst ausgeklügelt und erlaubt nur noch geringe Toleranzen. Dies gilt insbesondere auch bei der Einhaltung der Oelwechselintervalle. So sind die Wechselintervalle bei den Personen wagen in den letzten 50 Jahren um den Faktor 20 gestiegen (siehe Grafik). WAS GILT BEI BAUMASCHINEN? Die extrem belastete Spezies der Maschinen und Fahrzeuge für die Bereiche Bau, Landwirtschaft oder die alpine Infrastruktur (Pistenfahrzeuge) verfügt noch kaum oder nicht über intelligente Wartungs-Intervallsysteme, zu unterschiedlich sind die Einsatz- und Belastungs-Bedingungen. Somit gilt es, die je nach Hersteller unterschiedliche Angabe der Betriebsstunden peinlich genau einzuhalten. Weshalb, zeigt die Umrechnung: Wird als Vergleichsgröße 1 Betriebsstunde mit ca. 50 km Fahrleistung eines Baustellen-LKW angenommen, so entspricht ein Motorenoel- Wechselintervall von 1000 Betriebsstunden satten 50 000 Baustellen-Kilometern! Das Risiko, Schäden durch das Nichteinhalten der OEM-Motorenoel-Wechselintervalle einzufahren, steht also in keinem Verhältnis zu einer vermeintlichen Kostenersparnis. Dies sollte immer auch besonders wirtschaftlich denkenden Endkunden vor Augen geführt werden … Bei Fragen stehen Ihnen Ihr Gebietsleiter und der Technische Kundendienst von MOTOREX gerne zur Verfügung. • UNTERSCHIEDLICHE EINSATZBEDINGUNGEN – GLEICHE MOTORENOEL-WECHSELINTERVALLE Die vom Fahrzeughersteller vorgeschriebenen Wartungsintervalle sind auf die höchstmögliche Belastung berechnet. So kann eine hohe Betriebssicherheit zu dem vom OEM deklarierten Einsatzparameter (Emissionen, Leistung, Verbrauch usw.) gewährleistet werden. Trotz unterschiedlicher Einsatzbedingungen geht der unten dargestellte Kleintransporter in allen vier Fällen zum gleichen Zeitpunkt in den Wartungsdienst. EINSATZ FAHRDIENST SENIORENHEIM Ø Gewicht 2,2 Tonnen GROSSFAMILIE Ø Gewicht 2,6 Tonnen ERBRACHTE LEISTUNG 4500 km/Jahr. Viele Kaltstarts und hauptsächlich Stop-and-go-Betrieb. 17 000 km/Jahr. Gemischter Betrieb, zahlreiche Kaltstarts und Kurzstreckenfahrten. Lange Distanzen im Urlaub. HINWEISE BEACHTEN Viele Hersteller machen deutlich auf die Folgen vernachlässigter Service-Intervalle aufmerksam. Hierzu z.B. die Aussage von Mercedes-Benz in den Betriebsvorschriften (MB BeVo_215.0), welche nach einer gut verständlichen Darlegung der Einflüsse auf das Motorenoel mit folgendem Fazit schließt: «Die in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs angegebenen maximalen Oelwechsel-Intervalle sind unbedingt einzuhalten.» EXPRESSKURIER NORD-SÜD Ø Gewicht 2,8 Tonnen BAUFIRMA Ø Gewicht 3,5 Tonnen 100 000 km/Jahr. 70% Langstreckenbetrieb und Zustelldienst. Wenige Kaltstarts. 15 000 km/Jahr. Baustellenbetrieb, hohe Zuladung, häufig eingesetzte Bremsleistung des Motors. Anhänger 3,5 Tonnen MOTOREX MAGAZINE 107 AT/D I APRIL 2016 9

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