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MOTOREX Magazine 2016 107 AT

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MOTOREX Magazine 2016 107 AT

REPORT FORTSETZUNG

REPORT FORTSETZUNG Plötzlicher Schneeeinbruch ist keine Ausnahme am Großglockner. Für den schnellen Einsatz müssen Fahrzeuge und Maschinen stets einsatzbereit sein. Bei Bedarf verleiht ein Hubschrauber dem Unterhaltstrupp für gewisse exponierte Arbeiten im wahrsten Sinn des Wortes Flügel. VIEL KÖNNEN UND MASCHINENKRAFT Am Großglockner bewahrheitet sich wieder die Tatsache, dass der Mensch große Ideen entwickeln kann und mit Hilfe von Maschinen zu realisieren weiß. Waren es beim Bau noch einfachste Hilfsmittel, haben sich diese im Laufe der Zeit, auch im Bereich des Unterhalts, stets weiter entwickelt. So wird heute ein umfangreicher Fahrzeug- und Maschinenpark für den Unterhalt und vor allem für die Passöffnung im Frühling eingesetzt. Hierzu stehen auch 5 große Schneefräsen zur Verfügung. Davon kann man die 4 Wallack-Rotationsschneefräsen mit ihrem Alter von über 50 Jahren als eigentliche Oldtimer bezeichnen. Denn Franz Wallack war nicht nur der Erbauer der Groß glockner Hochalpenstraße, sondern auch der Erfinder des Rotationspflugs «System Wallack». Das Raupenfahrzeug ist eine Kombination aus Schneefräse und Pflug und kam erstmals im Frühjahr 1953 zum Einsatz. Durch eine ideale Gewichtsverteilung können damit Eis und Schnee schichtweise weggefräst werden. Über den Winter werden diese Maschinen in der eigenen Werkstätte revidiert und fachkundig gewartet. Sie stehen laut einer kürzlich durchgeführten Analyse moderneren Maschinen in der eigenen Flotte durch ihren Konstruktionsvorteil in der Räumleistung kaum nach. Höchste Betriebssicherheit einer jeden Maschine und eines jeden Fahrzeugs ist ein wichtiger Erfolgsfaktor am Berg. Für die ganze Flotte, vom Stromgenerator über die Schneefräsen bis hin zum Euro-5-LKW, kommen übrigens die für extreme Belastungen konzipierten Schmierstoffe von MOTOREX zum Einsatz. Vor dem Einsatz der Wallack-Schneefräse waren 350 Mann und 70 Tage Schaufelarbeit für die Schneeräumung notwendig. Heute reichen durchschnittlich 14 Tage. KRAFTAKT PASSÖFFNUNG Räumte man den Schnee 1936 für die erste Passöffnung im Frühjahr noch mit Hilfe von Hunderten Arbeitern manuell weg, erledigen das heute die gut eingespielten Teams von der Nord- und Südseite aus zum größten Teil maschinell. Je nach Dauer und Härte des Winters beginnen die Räumungsarbeiten anfangs April. Dabei wird gleichzeitig vom Norden (Fusch) und Süden (Heiligenblut) her gearbeitet. Durch Kontrollflüge im Helikopter wird die Gesamtlage aus der Luft beurteilt. Besonders interessieren dabei die vorhandenen Schneemassen, die immer auch eine ernstzunehmende Lawinengefahr darstellen. Um die Schneemassen in tiefere Lagen zu verfrachten und die Räummannschaften zu schützen, 12

Zusammentreffen der Kärntner und Salzburger Räumfahrzeuge am Hochtor: Der «Durchstich» ist jedes Jahr der Höhepunkt bei der Schneeräumung. müssen Lawinen kontrolliert ausgelöst werden. Dazu ist auf jeder Seite je ein Bergführer im Einsatz. Je nach Winter, Wetterlage und Wind variieren die Schneehöhen stark. So kann z.B. in Ferleiten (1151 m) Anfang April die Schneehöhe «nur» 2,5 Meter betragen, um dann auf der Scheitelstrecke zwischen dem Fuscher Törl und dem Hochtor (2505 m) auf zehn Kilometern Länge über 10 Meter hoch zu liegen. Im Herbst werden 6 Meter hohe Schneestangen aufgestellt, welche den Räummannschaften im Frühling den Straßenverlauf aufzeigen sollten. Oft sind diese überhaupt nicht mehr zu sehen, und für das «Wiederfinden» der Straße ist Sondieren angesagt. Schauen Sie sich das Video zur Großglockner-Passöffnung an (Deutsch/Englisch): DAS ZIEL: DER DURCHSTICH Der «Durchstich» ist jedes Jahr wieder ein großer Moment, der auch dementsprechend gefeiert wird. Wenn sich der Kärntner und der Salzburger Schneeräumungstrupp nahe dem Hochtor gegenüberstehen, wissen alle Beteiligten, dass die neue Saison unmittelbar bevorsteht. Es sei denn, es kommt anders – Schlechtwettereinbrüche und empfindliche Temperaturstürze können die Arbeiten des ganzen Teams innerhalb weniger Stunden zurückwerfen. Doch dann wird doppelt so hart gearbeitet, und erklingt dann noch «der Frühling» von Vivaldi oder besser noch beschwingende Volksmusik im Transportbus aus dem Radio, ist die Welt für die Mannschaft oben am Großglockner wieder in Ordnung. • www.grossglockner.at Bereit für die kommende Saison: Perfekt herausgeputzt erwartet die Gäste aus der ganzen Welt nach der Mautstelle eine unvergessliche Panoramafahrt. Der Bauingenieur Franz Wallack (rechts) und der Salzburger Landeshauptmann Franz Werl bei der abenteuerlichen Erstbefahrung der Hochgebirgsstraße im Jahre 1935 sowie weitere Bilder aus der Entstehungszeit vor mehr als 80 Jahren. MOTOREX MAGAZINE 107 AT/D I APRIL 2016 13

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