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MOTOREX Magazine 2016 107 AT

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MOTOREX Magazine 2016 107 AT

REPORT Großglockner,

REPORT Großglockner, 3798 m Kaiser-Franz- Josefs-Höhe, 2369 m Die Schneeräumung speziell und der Unterhalt generell an der Großglockner Hochalpenstraße fordern Mensch und Maschine aufs Äußerste. Peter Embacher steht als Betriebsleiter seit über 35 Jahren im Dienst der legendären Panoramastraße. Bilder: GROHAG, F. Neumayr, A. Niederhauser u.a. Die vier Jahreszeiten (für einmal nicht von Vivaldi) geben an der Großglockner Hochalpenstraße den Takt von Peter Embachers Arbeit an. Als Verantwortlicher für den Straßenunterhalt kennen er und sein Team jeden Meter der 48 Kilometer langen Panoramastraße. Gut orchestriert will die Mautstraße vom Frühling bis in den Herbst perfekt in Schuss gehalten werden. Für die Passöffnung nach dem Winter lassen Peter und seine Männer jeweils die ganze Musik spielen … In den Alpenländern sind spektakuläre Alpenstraßen starke Publikumsmagnete. Als ursprüngliche Säumerpfade wurden sie einst als Transit- und somit auch Handelsverbindungen gebaut. Daraus wurden später Verkehrswege, die man anfänglich noch mit Pferd und Wagen bereiste. Die Massenmotorisierung bescherte den dem Himmel so nahen Straßen in den 60ern dann ungeahnte Popularität. Heute, grundsätzlich gut motorisiert, lassen sich die unzähligen Höhenmeter und Distanzen in kurzer Zeit mühelos bewältigen. Dies ermöglichten nicht nur die Erbauer, die Leib und Leben für «ihre» Bauwerke riskierten, sondern stets auch die für den Unterhalt zuständigen Menschen und Maschinen. GROSSGLOCKNER HOCHALPENSTRASSE Vor etwas mehr als 80 Jahren begann eine unglaubliche Erfolgsgeschichte: Die Großglockner Hochalpenstraße wurde im Jahr 1935 feierlich eröffnet. Sie wurde in nur 5 Jahren Bauzeit von 1930 bis 1935 in absoluter Rekordzeit fertig gestellt! Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass in der damaligen Zeit nur einfache Werkzeuge und Maschinen zur Verfügung standen. Der Erbauer Franz Wallack plante eine sich perfekt in die Landschaft einfügende Straße. Sie verbindet die beiden österreichischen Bundesländer Salzburg und Kärnten und ist weit mehr als nur eine Verkehrsachse. Sie führt direkt in den Nationalpark Hohe Tauern und bietet jedes Jahr über 900 000 Straßenbenutzern 10

Zell am See Ferleiten, 1151 m Gasthaus Hochmais Hexenküche Edelweißspitze, 2571 m Fuscher Törl, 2428 m Fuscher Lacke, 2261 m Brennkogel, 3018 m Mitteltörl, 2373 m Dieter schwört auf «seinen» MAN TGS 28.440 und hilft bei der «Bergputzarbeit» seit Jahrzehnten tatkräftig mit. Während unten die Spuren des Winters beseitigt werden, macht sich der Bergführer Stefan für einen Sondiergang bereit. Racherin, 3092 m Hochtor, 2505 m Glocknerhaus Heiligenblut Das Entleeren, Öffnen und Schließen der Steinschlagnetze erfordert höchste Konzentration und absolute Schwindelfreiheit. unvergessliche Momente. Zudem führt die Panoramastraße auch zu Österreichs höchstem Berg, dem Großglockner (3798 m). Entlang der ganzen Strecke gibt es zahlreiche Schautafeln, Lehrpfade, Aussichtspunkte. Das Besucherzentrum auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (2369 m) beherbergt verschiedene Museen und Ausstellungen. Für das Befahren der Panoramastraße ist eine Gebühr (Maut) zu entrichten, die gleich auch noch den Eintritt zu allen Sehenswürdigkeiten und Service-Einrichtungen kostenlos ermöglicht. SICHERHEITSFAKTOR UNTERHALT Im Schnitt ist die Hochalpenstraße während rund 6 Monaten (Mai bis Oktober) geöffnet. Jedes Jahr befahren dann zwischen 240 000 und 270 000 Fahrzeuge, davon 80 000 Motorräder, die 48 km lange mit 36 Kehren und 2 Tunneln ausgebaute Straße. Während dieser Zeit haben die 15 Mitarbeiter von Peter Embacher den Betrieb und vor allem die Sicher heit auf der gesamten Strecke zu gewährleisten. «Uns interessiert eigentlich mehr die Situation oberhalb, neben und unterhalb der eigentlichen Straße», erklärt Peter Embacher, während er bei der Anfahrt zu einer steinschlaggefährdeten Kurve fachkundig seinen Blick aus dem Servicefahrzeug schweifen lässt. Oberhalb dieser und an über 50 weiteren Stellen sind Steinschlagnetze im Fels verankert. Von Zeit zu Zeit müssen diese geleert und vor der Winterpause komplett geöffnet werden. Auch müssen dann Leitplanken an vielen Stellen demontiert werden. Der Grund für beide Maßnahmen sind niedergehende Lawinen, die alles mit sich reißen würden. Neben der Fahrbahn sind immer wieder Wasserrinnen und Kana li sationsabschnitte sichtbar. Wasser ist nämlich ein ständiger Begleiter der Hochalpenstraße: als Regen, Schnee, Eis oder Schmelzwasser. Es transportiert auch ungewollt Steine und Erde. Geraten diese auf die Fahrbahn, sind Embachers Leute umgehend gefragt. Zudem entsorgen sie jedes Jahr, natürlich korrekt getrennt, zig Tonnen Abfall und sind für 40 km Zaun der Almwirtschaft zuständig. Teamarbeit: Jeder muss sich auf den anderen verlassen können. Dazu gehören auch einwandfrei funktionierende Maschinen. MOTOREX MAGAZINE 107 AT/D I APRIL 2016 11

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