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MOTOREX Magazine 2006 77 DE

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R eport Fotos: VWZ R

R eport Fotos: VWZ R eport Moos Frauental Lyren T = 80 m T = 74 m T = 116 m T = 123 m 245 m 3018 m 3873 m = Steigleitungen = Trinkwasserstollen = Abschnittlänge T = Tiefe 10 Limmat Der Trinkwasserverbrauch pro Kopf liegt in der Schweiz bei ca. 160 Litern im Tag. Um die Wasserversorgung der rund 800’000 Menschen in der Stadt und Agglomeration Zürich sicherstellen zu können, wird der Trinkwasserstollen Uetliberg gebaut. Tunnelbau: Das blaue Gold vom Zürichsee Reservoir Lyren Katzensee Skizze Reservoir Höngg Quellwasser Sihltal Grundwasserwerk Hardhof Reservoir Frauental Reservoir Käferberg Reservoir Sonnenberg Zürichsee Seewasserwerk Moos Reservoir Strickhof Ringleitung Seewasserwerk Lengg Die Tunnelbohrmaschine ist mit 26 Diskenmeisseln bestückt, welche mit einer Anpresskraft von rund 272 kN in den Fels bohren. In der Stadt Zürich wird das Trinkwasser von zwei Wasserwerken aus dem Zürichsee sowie von einem weiteren Werk aus dem Grundwasser gewonnen. Um selbst in kritischen Situationen, wie z.B. bei einer lang anhaltenden Trockenperiode, eine zuverlässige Versorgung mit Wasser gewährleisten zu können, erstellt die ARGE (ArbeitsGemeinschaft) LFMoos den rund 7 km langen Trinkwasserstollen Uetliberg. Wichtiges Teilstück des Ringstollens Mit dem Bau des Trinkwasserstollens Uetliberg, der vom Reservoir Lyren zum Seewasserwerk Moos führt, wird das letzte Teilstück des sog. Ringstollens realisiert (Skizze). Dieser verbindet die drei Hauptwerke Lengg, Moos und Hardhof der Wasserversorgung Zürich und spielt eine zentrale Rolle in der Versorgungskette. Jedes der drei grossen Wasserwerke fördert das Trinkwasser in den Ringstollen, von dem alle wichtigen Reservoire der drei untersten Druckzonen gefüllt werden. Die Reservoire sind miteinander kommunizierende Gefässe: Sie haben also immer denselben Füllstand und die Versorgungssicherheit ist jederzeit werkunabhängig gewährleistet. Aus diesem System werden die höher liegenden Druckzonen über Zonenpumpwerke beliefert. Tunnelbauprofis unter der Stadt Zürich Für den Bau des Stollens wurde im Seewasserwerk Moos ein Bauinstallationsplatz eingerichtet. Von dort aus ragt ein Montage- und Zugangsschacht mit 9 m Durchmesser ganze 80 m in die Tiefe! Dort befindet sich der Ausgangspunkt für die offene Tunnelbohrmaschine, welche sich ganze 7’136 m durch den Molassefels bis zur Kaverne Lyren durchbohren muss. Aus dem Zugangsschacht wird auch das Ausbruchmaterial mit einem 30-t-Portalkran hoch geholt und mit Lastwagen abtransportiert. Die mittlere Förderleistung für den Aushubabtransport beträgt rund 80 t in der Stunde. Sprengstoff, Spritzbeton, Netze und Haken Tunnelbau ist eine harte und gefährliche Arbeit – so kommen im Fall der ARGE LFMoos eine Tunnelbohrmaschine und Sprengvortriebe zum Einsatz. Die Spezialisten der Explotec AG und der ARGE LFMoos haben für die Sprengarbeiten eigens ein kompaktes Mobil entwickelt. Dieses kann am Kran hängend in den Schacht hinunter gelassen und vor der Sprengung wieder nach oben gezogen werden. Dasselbe Mobil kommt anschliessend auch für den Ausbruch der Kaverne und des Zugangsstollens zum Einsatz. Auch für die Bereitstellung des Sprengstoffs musste eine massgeschneiderte Lösung gefunden werden, da die Sprengstoffanlieferung nur über den Hauptzugangsschacht, welcher am Rand eines Wohngebietes liegt, möglich ist. Zum Vornherein war die Anlieferung hochexplosiven Sprengstoffs durch die Stadt Zürich ausgeschlossen. Deshalb setzt man einen Emulsionssprengstoff ein. Dieser wird erst durch das Mischen (emulgieren) dreier an und für sich einzeln nicht explosiver Komponenten detonationsfähig. Hohes Sicherheitsniveau für Untertagarbeiten Gemäss der Bauarbeitenverordnung muss jede Untertagbaustelle von der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) überprüft und für den Betrieb freigegeben werden. Die Anforderungen sind hoch und reichen von der Zutrittskontrolle in den Stollen über strenge Werte betr. Luftqualität bis zum verwendeten Hydraulikoel. Letzteres erfüllt übrigens die hohen Anforderungen für schwer entflammbare Hydraulikflüssigkeiten der Klasse HFDU nach ISO 12922. Die hydraulischen Helfer im Tunnelbau sind viele an der Zahl. Unter anderen wird z.B. das Sprengmobil hydrostatisch angetrieben und muss mit einem hochwertigen und den Vorschriften entsprechenden Hydraulikfluid betrieben werden. Wegweisendes Hydraulikoel-Powerpaket OEKOSYNT HFDU und HEES Schon alleine in der Tunnelbohrmaschine – kurz: TBM – müssen mehrere hundert Liter Hydraulikoel während Stunden Drücken von über 300 Bar standhalten. Für BUCHER MOTOREX lag die Lösung mit dem Hydraulikoel OEKO- SYNT HFDU auf der Hand. Es ist schwer entflammbar und nach CEC-L-33-A93- Norm biologisch schnell und zu über 90% abbaubar. Ideale Voraussetzungen für den Bau eines Trinkwasserstollens! Zudem zeichnet sich OEKOSYNT HFDU durch ein ausgezeichnetes Viskositäts-Temperatur-Verhalten, optimalen Korrosions- und Verschleissschutz sowie hervorragende Hochdruckeigenschaften aus. Durch spezielle Additives bieten alle OEKOSYNT-Formulierungen eine hohe Alterungs- und Oxidationsbeständigkeit, was gerade bei wechselnden Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit unter Tag wichtige Eigenschaften sind. Das neue OEKOSYNT HFDU ergänzt in idealer Weise das erfolgreich auf dem Markt eingeführte und bewährte OEKOSYNT HEES, welches sich durch seine hohe Umweltverträglichkeit und eine 3- bis 5-fach längere Einsatzdauer auszeichnet. OEKOSYNT HEES kann übrigens mit vergleichbaren Produkten gemischt werden und ist die perfekte Lösung für den Einsatz in Hydrauliksystemen von Baumaschinen, Pistenfahrzeugen, Kommunalfahrzeugen und Landmaschinen. Bis im Jahre 2010 am Ziel Die Tunnelbohrmaschine (Ausbruchdurchmesser 3,3 m), die ihren letzten Einsatz übrigens in Hongkong hatte, wird voraussichtlich noch bis im Jahre 2007 bei der Wasserversorgung Zürich im Dienst stehen. Bis dahin werden rund 50’000 Kubikmeter Ausbruch den Weg an die Erdoberfläche gefunden haben. Die Inbetriebnahme des neuen Stollens soll nach weiteren 3 Jahren Ausbauzeit erfolgen. Dadurch erhalten die Stadt und die Region Zürich eine stark erhöhte Versorgungssicherheit bei verringertem Wartungsund Unterhaltsaufwand. Somit wird sich der Ringstollen ab dem Jahre 2010 als Hauptschlagader für das kostbare Nass aus dem Zürichsee bis zum Wasserhahn in jeder einzelnen Haushaltung erweisen! Laufend weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie unter: www.wvz.ch Der 80 m tiefe Schacht Moos mit einem Durchmesser von 9,5 m erschliesst die Kaverne am Schachtfuss und den Zugangsstollen. Das Wasserreservoir Lyren ist eines von sechs in die Ringleitung integrierte Reservoir und fasst 60’000 m 3 Liter Wasser. 11

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